Erschienen im Berliner Kurier am 01.10.2009.
“An die paar so genannten Hertha-Profis, die aktiv den Rauswurf von Trainer Lucien Favre beschleunigt haben. Sehr geehrte Ex-Helden, vor dem ersten Spiel nach Ende der Ära Favre heute Abend in Lissabon habe ich doch noch ein paar Fragen. Wie ist das eigentlich, dabei mitgeholfen zu haben, den nach Meinung aller Experten (inklusive Ex-Manager Hoeneß) fachlich besten Hertha- Trainer der vergangenen 20 Jahre wegzumobben? Was ist das für ein Gefühl, nach einer 1:5-Klatsche im Mannschaftsbus zu lachen, wenn der Trainer spricht? Was spürt man, wenn man seinem Vorgesetzten in der Kabine auf taktische Anweisungen Widerworte gibt? Oder wenn man nach Platz 4 in der Vorsaison mit dem Fitnesszustand einer Wollsocke aus dem Urlaub zurückkommt? Seid ihr stolz darauf? Fühlt ihr euch jetzt mächtig, da Favre weg ist? Oder kommt vielleicht doch der Brechreiz hoch, wenn ihr euch morgens im Spiegel seht? Vielleicht passiert euch in eurem weiteren Leben mal dasselbe. Dass euch jemand im Stich lässt, auf den ihr euch verlassen habt. Aber heult dann bitte nicht rum. Sondern denkt an die Zeit, in der ihr mitgeholfen habt, einen Traum zu zerstören. Denkt an die Ära Lucien Favre bei Hertha BSC!
Von Andreas Lorenz”
Vielen Dank Herr Lorenz!